Georg Friedrich Händel

eine Biographie

Georg Friedrich Händel
(* 23.2.1685 in Halle, † 14.4.1759 in London)

Georg Friedrich Händel ist einer der Großen der europäischen Musik, und er war ein echter Europäer schon zu seiner Zeit.
Er wurde in Halle an der Saale geboren. Bereits als Knabe hatte er durch seine außergewöhnliche musikalische Begabung von sich reden gemacht, und er erhielt bei Friedrich Wilhelm Zachow, dem Organist der halleschen Marktkirche, eine weltoffene musikalische Ausbildung, wie schon John Mainwaring in seiner ersten Händel-Biographie lobend hervorhebt.

So konnte es ihm mühelos gelingen, sich jeweils schnell auf die nationalen stilistischen Besonderheiten seiner späteren Gastländer einzustellen und sie in eigenen Kompositionen aufzugreifen.Dennoch ist seine erste musikalische Heimat, die mitteldeutsche Kantorentradition, in vielen seiner Werke bis in die späten Schaffensjahre stets gegenwärtig.

Von seinen vermutlich zahlreichen halleschen Kompositionen sind allerdings nur einige wenige Titel überliefert. Insgesamt hat er seiner Zeit mehr als 600 Werke aller Genres hinterlassen, darunter über 100 italienische Kantaten und Kammerduette, über 40 große Opern, etwa 30 Oratorien, Serenaden und Oden sowie eine große Anzahl instrumentaler Kompositionen.

Den größten Teil seines Lebens (1712-1759) wohnte und arbeitete Händel in London, und er wurde schließlich als Engländer (1727) naturalisiert. Es gibt jedoch mehrere Zeugnisse dafür, dass er seiner Heimat eng verbunden blieb. Seine Mutter, die bis an ihr Lebensende (1730) im Vaterhaus lebte, besuchte er relativ häufig, und an dem Schicksal von Familienmitgliedern nahm er regen Anteil, wie erhaltene Briefe belegen. Noch zu seinen Lebzeiten wurde Händel ein Denkmal im Londoner Vauxhall Gardens errichtet, und er wurde wunschgemäß in der Westminster Abbey beigesetzt.

Bereits ein Jahr nach Händels Tod erschien die erste Händel-Biographie (von John Mainwaring); sie war gleichzeitig die erste selbständige Biographie überhaupt, die einem Musiker gewidmet war. Im 19. Jahrhundert hatte die Aufmerksamkeit vor allem den oratorischen Werken Händels gegolten. Erst die Göttinger Händel-Opernfestspiele (seit 1920) widmeten sich dann der Wiedergewinnung des Opernwerkes für die zeitgenössische Bühne. Die Göttinger Anregungen wurden seit 1922 u. a. auch in Halle und etwas später in Karlsruhe aufgegriffen.

Halle war nach 1945 der Ausgangspunkt für eine alle Werkgattungen einschließende neue Händel-Renaissance. Im Jahre 1948 wurde in Händels Geburtshaus ein Händel-Museum, das bisher einzige in der Welt, eingerichtet. Seit 1952 finden in Händels Geburtsstadt jährliche Händelfestspiele statt. Die im Jahre 1955 gegründete (internationale) Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft mit Sitz im Händel-Haus gibt seither die Händel-Jahrbücher und die Hallische Händel-Ausgabe heraus.

 
 

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